Meine eigene Einschätzung

Kubuntu STS

Stärken:

  • Sehr stabil, breite Community.
  • Halbjährliche Updates – aktuell genug für Gaming und produktive Nutzung.
  • Native KDE-Integration (Plasma, Wayland).
  • Gut geeignet für Streaming und typische Desktop-Arbeitslasten.
  • Videobearbeitung mit zusätzlichem Setup (z. B. ROCm) problemlos möglich.

Schwächen:

  • Keine Gaming-Tweaks ab Werk.

Einsatzempfehlung:
Beste Wahl für Nutzer, die Stabilität, Community-Support und eine ausgewogene Desktop-/Gaming-Erfahrung suchen. Gaming-Optimierungen müssen manuell ergänzt werden.


Nobara

Stärken:

  • Gaming-Optimierung: Proton-GE, Mesa-Patches und OBS-Plugins sind vorinstalliert, was den Einstieg für Gamer erleichtert.
  • Gute Basis für Editing: Mit ROCm und AMF bietet Nobara eine solide Grundlage für Video-Editing und Rendering.
  • Saubere KDE-Wayland-Integration: Stabiler Support für Wayland, was zu einer besseren Benutzererfahrung mit KDE führt.
  • Effiziente Hardware-Ausnutzung: Besonders bei leistungsstarker Hardware wie der RX 7800 XT und dem Ryzen 9700X zeigt Nobara eine sehr gute Performance.
  • Moderate Update-Frequenz: Wöchentliche Updates (optional installierbar) sorgen dafür, dass das System immer aktuell bleibt, ohne zu häufige Änderungen.

Schwächen:

  • Stabilitätsprobleme: In der Praxis traten beim ersten Test gelegentliche Stabilitätsprobleme auf, besonders bei nativen Spielen wie War Thunder. Dies könnte auf Optimierungen oder unvorhergesehene Inkompatibilitäten zurückzuführen sein. Bei späteren Tests, die ich einige Monate später durchführte, traten jedoch keine Probleme mehr auf.
  • Leistungseinbußen im ersten Test: Die „Out-of-the-box“-Performance entsprach beim ersten Test nicht ganz den Erwartungen, was sich jedoch bei späteren Tests verbesserte. Es könnte also noch Raum für Optimierungen geben.

Einsatzempfehlung:

Nobara ist besonders empfehlenswert für Nutzer, die einen klaren Fokus auf Gaming, Streaming und Editing legen und mit den vielen vorkonfigurierten Einstellungen kein Problem haben. Es eignet sich gut für diejenigen, die schnell mit einer funktionalen Gaming-Umgebung starten möchten, ohne viel Hand anlegen zu müssen.


Bazzite

Stärken

  • Extrem hohe Stabilität dank Immutable-Konzept (unveränderliches Systemlayout, ähnlich wie SteamOS)
  • Perfekt für Steam-Gaming geeignet
  • Rückrollbare Updates, wartungsarm

Schwächen

  • Eingeschränkte Anpassbarkeit für Creator-Workflows (z. B. Videobearbeitung)
  • Proprietäre Treiber (z. B. Drucker) schwerer integrierbar
  • Flatpak-Fokus kann bei nativer Toolnutzung (z. B. Plugins) einschränkend sein

Einsatzempfehlung
Ideal für Nutzer, die ein stabiles, konsolenähnliches Gaming-System mit minimalem Wartungsaufwand suchen. Durch das Immutable-Konzept ist das System praktisch „unkaputtbar“ – Abstürze und ungewollte Änderungen sind kaum möglich.


CachyOS

Stärken:

  • Rolling Release mit sehr aktuellen Paketen (Arch-Basis).
  • Performance-orientiert (eigener Kernel, optimierte Presets).
  • Einsteigerfreundlicher als Arch durch Installer und vorkonfigurierte Desktop-Umgebungen.

Schwächen:

  • Höherer Pflegeaufwand durch Rolling-Modell.
  • Kleinere Community als Arch oder Fedora – weniger Anlaufstellen bei Problemen.

Einsatzempfehlung:
Empfehlung für fortgeschrittene Nutzer, die ein performantes, aktuelles Gaming-System suchen und mit gelegentlichem Troubleshooting kein Problem haben.


Fedora KDE

Stärken:

  • Sehr stabil, mit aktiver Community und guter Dokumentation.
  • Sehr aktuelle Software – schnelle Updates für Mesa, Kernel, PipeWire.
  • Native KDE-Integration (Plasma, Wayland).
  • Gut geeignet für Streaming und kreatives Arbeiten.
  • Videobearbeitung gut möglich nach Einrichtung (z. B. ROCm, AMD-Treiber).

Schwächen:

  • Keine Gaming-Tweaks ab Werk.
  • Einige proprietäre Tools oder Engines erfordern Flatpak oder zusätzliche Repos wie RPMFusion.

Einsatzempfehlung:
Ideal für Nutzer, die aktuelle Software, Flexibilität und KDE nativ wollen – und bereit sind, Gaming-Tools selbst nachzurüsten.


Weitere Distributionen (Kurzfassung)

  • PikaOS: Debian-basiert, zu konservativ in Updates; aktuelle Gaming-Features teils verzögert.
  • Nitrux: Experimentelle Desktop-Konzepte (z. B. Hyprland, NX), geringe Kompatibilität mit Gaming-/Creator-Workflows.
  • Siduction: Rolling-Release auf Debian Sid – instabil, viele Breakages bei Grafik und Gaming.
  • Pop!_OS: Zu stark auf GNOME ausgerichtet – KDE-Integration wirkt nachträglich und unvollständig.

Gesamtfazit

  • Top-Empfehlungen:
    🔹 Kubuntu STS und Fedora – sehr stabil, KDE-nativ, ideal für Alltagsnutzung mit optionalem Gaming.
    🔹 Nobara – starke Wahl für Gaming und kreatives Arbeiten mit (fast schon zu viel) vorkonfigurierten Tools.
  • Weitere starke Wahl:
    🔹 Bazzite – extrem wartungsarm für reines Steam-Gaming, weniger geeignet für individuelle Anpassungen.
    🔹 CachyOS – hervorragend für Power-User, die Performance über alles stellen und Rolling Releases mögen.

Am Ende bleiben für mich nur vier Distributionen.

Nach all den Tests und den kleinen Eigenheiten, die meine Hardware in Kombination mit den verschiedenen Linux-Distributionen gezeigt hat, bleiben am Ende nur vier Systeme übrig, die ich wirklich – und zwar nur für mich persönlich – verwenden würde.

Bazzite: Ein Fedora-basiertes System, das es trotz seiner Immutable-Architektur in meine Endauswahl geschafft hat. Für mich steht Stabilität an erster Stelle – und genau daran sind viele, auch namhafte Distributionen, gescheitert. Bazzite hingegen hat sich als zuverlässig erwiesen, selbst wenn es in manchen Bereichen nicht die gleiche Flexibilität bietet wie andere Systeme. Allerdings stoße ich zunehmend an meine eigenen Grenzen, was das Immutable-Konzept betrifft. Doch das ist ein Punkt, mit dem ich persönlich klarkommen muss.

Kubuntu STS: Ein robustes und zuverlässiges System. Die LTS-Version wäre zwar noch robuster, aber ganz ehrlich: Das wäre mir dann doch zu sehr „auf alten Gleisen unterwegs“. Die STS-Version bietet für mich genau die richtige Balance zwischen Aktualität und Stabilität, ohne dabei auf moderne Features verzichten zu müssen. Sie läuft zuverlässig und passt gut zu meinen Anforderungen, was sie zur perfekten Wahl für meinen Alltag macht.

Beide Systeme bieten ein solides Fundament, und in Kombination mit den richtigen Tools und Anpassungen kann ich mit beiden gut arbeiten.

CachyOS: Es ist wie Magie – ich wollte und bin auch erstmal davon weg – aber irgendetwas zieht mich immer wieder in seinen Bann. Egal was ich gerade teste, ich frage mich immer wieder, wie es wohl auf CachyOS aussehen würde. Ich finde das Arch-Prinzip einfach persönlich nicht passend für mich – aber ich will trotzdem wieder dahin. Ich kann’s nicht erklären. Vielleicht ist es die kompromisslose Performance, die Klarheit im Systemdesign oder einfach das Gefühl, ein System zu nutzen, das sich wie ein Maßanzug anfühlt. Die Kombination aus BORE-Kernel, minimalistischer Oberfläche und den durchdachten Gaming-Optimierungen wirkt wie ein Versprechen, das andere Distributionen nur schwer einlösen können. Trotz aller Vorbehalte gegenüber Rolling Releases und Arch-basierter Wartung – CachyOS schafft es, mich immer wieder neugierig zu machen. Es ist, als würde das System flüstern: „Probier’s nochmal – diesmal wird’s anders.“

Nobara: Die Distribution, die mir genau das liefert, was ich brauche, ohne dass ich viel daran herumtüfteln muss. Die „Out-of-the-box“-Gaming-Optimierungen machen den Einstieg extrem einfach, und die Performance ist super – gerade auch bei anspruchsvolleren Spielen. Während meine ersten Tests noch einige kleinere Macken zeigten, hat sich Nobara mittlerweile als eine der stabileren und benutzerfreundlicheren Distributionen für Gaming herausgestellt. Mit seinen vordefinierten Gaming-Optimierungen, der guten Performance und der soliden Fedora-Basis bietet Nobara eine rundum komfortable Lösung für alle, die es schnell und einfach wollen. Besonders beeindruckt hat mich die gute Integration von Proton-GE und die ordentlichen OBS-Plugins – ohne dass ich viel konfigurieren muss. Nobara könnte die perfekte Wahl für alle sein, die eine solide, schnelle und relativ unkomplizierte Gaming-Umgebung suchen.

Fedora: Auch diese Distribution hat etwas an sich, das ich nur schwer in Worte fassen kann. Irgendetwas an Fedora spricht mich immer wieder an – vielleicht die technische Klarheit, vielleicht die Nähe zu Red Hat, vielleicht einfach das Gefühl von Stabilität und Modernität. Mit Version 43 habe ich es noch einmal installiert – und es hat sich als gute Entscheidung erwiesen.

Auch hier sehe ich Potenzial für Game-Modding, ähnlich wie bei Kubuntu. Fedora fühlt sich an wie ein solides Fundament – vielleicht nicht ganz so verspielt wie andere Distributionen, aber mit einem Understatement, das mir sehr gefällt.


Der Rest der bisher getesteten Distributionen ist für mich vorerst durchgefallen. „Garuda KDE“ bekommt noch eine zweite Chance, und „openSUSE Tumbleweed“ steht ebenfalls noch auf meiner Agenda.