Mein eigenes Gaming-Ranking unter Linux: Bazzite gleich auf mit CachyOS und Nobara an der Spitze
Nach vielen Wochen mit unterschiedlichen Distributionen hat sich meine aktuelle Reihenfolge fürs Gaming herauskristallisiert:
CachyOS – Bazzite – Nobara → Fedora KDE – Kubuntu STS
Jede dieser Distributionen hat ihre Berechtigung, aber für mich zählen vor allem Stabilität, einfache Wartung und Gaming-Performance. Wer nur nebenbei spielt und ansonsten ein stabiles System haben möchte, ist mit Kubuntu STS (relativ aktuell), Kubuntu LTS (sehr stabil) oder Fedora KDE gut aufgestellt. Aus verschiedenen Gründen fallen für mich persönlich am Ende CachyOS und Bazzite weg.
Bazzite – maximale Einfachheit, fast unzerstörbar
Bazzite ist aktuell – neben CachyOS – mein absoluter Favorit. Trotz (oder vielleicht gerade wegen) des Immutable-Ansatzes liebe ich die einfache Handhabung des Systems. Updates sind atomar, Rückrollen jederzeit möglich, und Abstürze – egal ob gewollt oder ungewollt – sind praktisch nicht existent.
Für Gaming bedeutet das: einschalten, spielen, fertig. Keine Sorgen um Systempflege, keine Update-Konflikte, keine Kernel-Experimente. Flatpaks und Container sind direkt startklar, wodurch sich das System fast wie eine Spielkonsole anfühlt.
Für einen Mischbetrieb (Gaming + produktiv) kann das etwas einschränkend sein, aber für reine Gaming-PCs ist Bazzite einfach genial.
Aber ich kenne mich – so ein System würde ich über längere Zeit wahrscheinlich empfehlen, aber nicht selbst dauerhaft nutzen. Dafür schränkt es mich in meinem Basteltrieb dann doch zu sehr ein. 😄
CachyOS – Performance für Enthusiasten
CachyOS bleibt mein „Technik-Spielplatz“. Arch-basiert, Rolling Release, optimierte Kernel, Compiler-Flags, Scheduler – alles, um die maximale Leistung aus der Hardware zu holen.
Auf meinem Ryzen 7 9700X mit RX 7800 XT sind die praktischen FPS-Gewinne minimal, aber für Enthusiasten macht das System einfach Spaß. Topaktuelle Software und Gaming-Tweaks sorgen für ein flüssiges Erlebnis – vorausgesetzt, man ist bereit, Zeit in Wartung und Updates zu investieren.
Nobara – vorkonfigurierter Gaming-Komfort
Nobara bietet ein rundum-sorglos-Paket für Gamer: Steam, Lutris, Proton-GE, OBS-Plugins – alles sofort einsatzbereit. Kernel-Patches und Gaming-Optimierungen sind bereits aktiviert.
Für mich war Nobara beim ersten Test zu „vorgekaut“. Ich genieße lieber die Kontrolle, die mir Fedora KDE gibt, selbst wenn ich ein paar Pakete manuell nachrüsten muss. Die Stabilität ist exzellent, da es auf Fedora basiert, doch die zentrale Entwicklung (GloriousEggroll) bleibt ein kleiner „Unsicherheitsfaktor“. Allerdings habe ich meine Meinung diesbezüglich mittlerweile etwas geändert. Die Tatsache, dass „GloriousEggroll“ als einziger Hauptentwickler ein „Unsicherheitsfaktor“ bleibt, stimmt zwar immer noch, aber ich bin inzwischen entspannter damit. Sollte irgendwann etwas schiefgehen, werde ich einfach zur nächsten Distribution wechseln – da kenne ich mich mittlerweile gut aus.
Nachtrag: Nach weiteren Testreihen muss ich sagen, dass Nobara derzeit eines der schnellsten Systeme ist, die ich bisher getestet habe. Nur CachyOS erreichte ein vergleichbares Niveau. Die regelmäßigen Updates – insbesondere für Kernel, Treiber und Gaming-Pakete – erfolgen weitgehend „nebenbei“, wodurch der Umstieg sehr unkompliziert ist. Nobara geht dabei anders vor als klassische Rolling-Release-Distributionen wie Arch: Updates werden gründlich getestet, bevor sie an die Nutzer verteilt werden, was die Stabilität erhöht und einen weiteren Pluspunkt darstellt.
Fedora KDE – flexibel und stabil
Fedora KDE ist die pragmatische Wahl. Halbjährliche System-Upgrates, hohe Stabilität, eine saubere Update-Erfahrung. Gaming-Tools wie Proton-GE oder Lutris müssen manuell nachgerüstet werden, aber ich behalte volle Kontrolle über mein System.
Es ist der Sweet Spot für Nutzer, die Flexibilität wollen: modern, stabil, minimal unnötige Pakete. Für reine Gaming-PCs fehlt jedoch das letzte Quäntchen Komfort und Optimierung, das Nobara oder Bazzite bieten.
Kubuntu STS – solide Basis, große Community
Kubuntu STS ist zuverlässig, stabil und bestens in die KDE-Plasma-Oberfläche integriert. Updates halbjährlich, große Nutzerbasis, viele Repos – ideal für produktive Nutzung.
Für Gaming muss ich Tools wie Proton-GE, Lutris oder Wine nachrüsten, aber das funktioniert problemlos. Kubuntu STS ist ideal, wenn man ein ausgereiftes KDE-System möchte, das langfristig pflegeleicht bleibt – weniger „vorgekaut“ als Nobara, dafür sehr solide.
Fazit
Für mich zählen aktuell vor allem: Geschwindigkeit, sicheres Spielen, geringe Wartung, maximale Stabilität, die Freiheit, am System zu schrauben – wenn ich es will, und ein stets aktuelles System – und genau deshalb genieße ich die Arbeit mit folgenden Systemen:
Nobara („Out-of-the-box Gaming“ und stabil, mit speziellen Gaming-Optimierungen auf Basis von Fedora. Es bietet sofort einsatzbereite Gaming-Features und bleibt dabei stabil, da es die grundlegende Stabilität von Fedora mitbringt.)
Fedora KDE (sehr aktuell und flexibel, aber Gaming-Wünsche erfordern manuelle Anpassungen und zusätzliche Software. Fedora KDE ist eine super Wahl für Benutzer, die eine anpassbare Umgebung suchen, aber für ein optimiertes Gaming-Erlebnis sind noch einige Handgriffe nötig.)
Kubuntu STS (wirkt manchmal etwas „altbacken“, ist aber äußerst stabil – Gaming-Wünsche müssen ebenfalls manuell angepasst werden. Kubuntu ist eine exzellente Wahl für Benutzer, die Wert auf Stabilität legen, aber keine vorkonfigurierten Gaming-Optimierungen erwarten.)
Warum kein CachyOS, wo es doch augenscheinlich die „beste Distribution“ ist, die es gibt? Nun ja, die Updatepolitik ist wie ein Abenteuerurlaub im wilden Dschungel – spannend, aber du weißt nie, ob du nach dem nächsten Update noch die Straße findest oder irgendwo in einem Bug-Feuersturm landest. Die Gefahr, dass nach einem Start plötzlich nichts mehr funktioniert, ist mir einfach zu risikoreich. Denn meistens erwischt es einen dann, wenn man es am wenigsten braucht.
Ich habe die Zeit mit CachyOS wirklich genossen – es zieht mich immer wieder magisch an, wie ein Magnet aus purem Chaos und High-Speed – aber irgendwie sagt mein Verstand jedes Mal: „Nein, mein Freund, du willst eigentlich mehr Ruhe und keine unvorhergesehenen Kernel-Dates.“
Also, mit einem letzten, wehmütigen Blick auf das „wilde CachyOS“ sage ich: „Auf Wiedersehen, du aufregendes Chaos. Ich brauche jetzt etwas, das mich nicht ständig herausfordert!“ 😅
Warum kein Bazzite? Nun, das Immutable-System, welches für viele ein Indiz für ein stabiles, unkaputtbares Linux ist, ist für mich einfach zu eingeschränkt. Ich kann am System nicht arbeiten, wie ich es möchte, und dort, wo es für mich interessant wird, werden meine Wünsche schlicht nicht berücksichtigt und sind gesperrt.
Was selten erwähnt wird: Aufgrund der Tatsache, dass fast ausschließlich Flatpak zum Einsatz kommt, leidet die Performance etwas – zwar kaum spürbar, aber vorhanden. Und das merkt man spätestens, nachdem man CachyOS oder Nobara verwendet hat.