Nobara – Warum?

1. Das „Out-of-the-Box“ Versprechen – Ohne Kompromisse

Gaming-Zusätze sind schon installiert.

Man kann es sich so vorstellen: Ich lade das Betriebssystem herunter, installiere es und nach dem ersten Start muss ich nicht in die Konsole, um Codecs oder proprietäre Treiber zu installieren. Die gesamte Basis, die ich bei Ubuntu STS oder Fedora erst manuell aufbauen müsste ist bereits vorhanden. Nobara beseitigt die Hürden des manuellen Tunings und liefert ein sofort einsatzbereites System.

2. Spürbare Performance und Schnelligkeit

  • Der angepasste Kernel: Nobara verwendet einen Kernel mit speziellen Patches, die Latenzen reduzieren und die Performance auf Hardware wie Ihrem Ryzen 7 9700X maximieren. Das System fühlt sich reaktionsfreudiger an.
  • Der „Gamemode“-Vorteil: Nobara ist so konfiguriert, dass Gamemode automatisch aktiv wird, wenn ich ein Spiel starte. Das System stellt alle verfügbaren Ressourcen dem Spiel zur Verfügung, wodurch Hänger oder Ruckler durch Hintergrundprozesse der Vergangenheit angehören.

3. Das ultimative Gaming-Ökosystem

Nobara ist mehr als nur ein Betriebssystem mit ein paar vorinstallierten Programmen. Es ist ein sorgfältig zusammengestelltes Toolkit für Gamer.

  • Vollständige Werkzeugsammlung: Anstatt sich Sorgen zu machen, wo ich Steam, Lutris oder Wine herbekomme, finde ich diese essentiellen Programme bereits vorinstalliert und vorkonfiguriert. Ich kann sofort mit der Installation meiner Spielebibliothek beginnen.
  • Optimierte Gaming-Pakete: Das Nobara-Team liefert eigene, angepasste Versionen von Proton und Mesa. Diese wurden speziell für die beste Kompatibilität und Performance für die Tausende von Spielen auf Steam und darüber hinaus optimiert. Ich erhalte eine Performance, die Sie auf keiner Standard-Distribution finden werden, ohne selbst tief in die Materie eintauchen zu müssen.

4. Ein Leben ohne Streaming-Frust

  • Einfachheit pur: Die notwendigen proprietären Codecs und DRM-Bibliotheken sind von Haus aus installiert. Ich muss nicht die RPM Fusion-Repositories von Fedora oder andere Pakete manuell hinzufügen, um 1080p-Streaming auf Plattformen wie Netflix zu genießen. Es funktioniert einfach.
  • Hardware-Beschleunigung: Nobara ist darauf ausgelegt, die Hardware-Video-Beschleunigung für Ihre Radeon-Karte im Browser so einfach wie möglich zu gestalten. Das bedeutet, meine CPU wird entlastet, ich verbrauche weniger Strom und habe ein flüssigeres Streaming-Erlebnis, selbst bei 4K-YouTube-Videos.

5. Das Vertrauen eines Gaming-Experten

Ein Aspekt, den ich bisher nicht genannt habe, ist die Person hinter dem Projekt: GloriousEggroll. Er ist eine der bekanntesten und vertrauenswürdigsten Persönlichkeiten in der Linux-Gaming-Community und der Hauptentwickler von Proton-GE. Nobara ist nicht irgendein Projekt – es ist die Vision eines Gaming-Experten, wie ein Gaming-Betriebssystem aussehen sollte. Dieses Fundament an Fachwissen und Leidenschaft spiegelt sich in jedem Aspekt des Betriebssystems wider. Allerdings hat das für mich auch einen herben Beigeschmack, wenn sich nur eine Person intensiv damit beschäftigt.


6. Technisch erklärt – das pseudo‑rolling Modell

Fedora z.B. ist streng versionsgebunden: 40 → 41 → 42 → 43. Nobara dagegen:

• hat keine sichtbaren Versionsnummern

• fühlt sich wie ein „kontinuierlich gepflegtes Fedora“ an

• nimmt mir die großen Upgrades ab

• bleibt trotzdem nah an Fedora‑Upstream

Das ist ein echter Vorteil, wenn man ein System will, das „einfach weiterläuft“.

Updatepolitik: weniger Stress, weniger harte Kanten

–> Fedora ist schnell, aber manchmal etwas zu schnell:

• neue Mesa-Versionen

• neue Kernel

• neue KDE-Versionen

• neue Wayland-Features

Das ist super für Enthusiasten, aber manchmal bricht etwas. Nobara bremst das leicht ab und kuratiert Updates stärker. Das ist kein Rückschritt – das ist eine andere Philosophie.

Kein SELinux – und warum das für mich ambivalent ist

Vorteile ohne SELinux:

• weniger Fehlersuche

• weniger blockierte Prozesse

• Wine/Proton/Anti‑Cheat laufen reibungsloser

• weniger Logs, weniger Policy‑Anpassungen

Nachteile ohne SELinux:

• ein Sicherheitslayer weniger

• weniger Schutz bei Zero‑Day‑Exploits

• weniger Isolation zwischen Prozessen

Für einen Gaming‑Desktop ist SELinux nicht zwingend nötig. Für einen sicherheitskritischen Arbeitsplatz wäre es ein Verlust. Ich bewege mich genau zwischen diesen beiden Welten – deshalb wirkt es etwas widersprüchlich.

Ist Nobara „schlechter“ als Fedora?

Nobara ist anders priorisiert, nicht schlechter.

Fedora priorisiert:

• Sicherheit

• Stabilität

• Upstream‑Nähe

• Enterprise‑Standards

Nobara priorisiert:

• Gaming

• Kompatibilität

• weniger Reibung

• pseudo‑Rolling Komfort

Beide Systeme sind technisch solide – sie bedienen nur unterschiedliche Bedürfnisse.

Mein persönliches Fazit

Ich bin nicht „falsch“ mit Nobara. Ich bin auch nicht „falsch“ mit Fedora. Ich stehe zwischen zwei legitimen Philosophien:

• Fedora: Sicherheit & Kontrolle

• Nobara: Komfort & Kontinuität

Ich bin jemand, der beides schätzt. Falls Nobara irgendwann keine Entwicklung mehr genießt, wechsle ich zu Fedora und passe mir mein System selbst an, wie ich es benötige.

Wenn ich ein System will, das meine leistungsstarke Hardware voll ausnutzt, mir die Konfiguration erspart, ein spürbar flüssigeres Erlebnis bietet und mir die Gewissheit gibt, dass alle Gaming- und Streaming-Features einfach funktionieren – dann ist Nobara die Antwort.

Es ist nicht nur die beste Alternative; es ist die ultimative, perfekt auf meine Bedürfnisse zugeschnittene Gaming-Lösung, die einfach funktioniert, damit ich mich auf das Wichtigste konzentrieren kann: das Gaming.